Ehrlichiose und Anaplasmose
Die Ehrlichiose ist eine bakterielle Erkrankung, die schwerpunktmäßig im Mittelmeerraum vorkommt, aber auch in anderen tropischen und subtropischen Gebieten der Welt. Füchse, Hunde und Nager
können die Bakterien namens „Ehrlichia canis” in sich tragen. Die Übertragung erfolgt durch den Biss einer Zecke – der braunen Hundezecke. Diese ist in Deutschland noch nicht angesiedelt. Eine
deutsche „Verwandte” der Ehrlichiose heißt Hunde-Anaplasmose und wird vom normalen Holzbock (der häufigsten Zecke in Deutschland) übertragen.
Ehrlichien und Anaplasmen sind Bakterien, die zur Gruppe der Rickettsien gehören. Nach der Infektion gelangt der Erreger ins Blut, befällt dort die weißen Blutkörperchen und gelangt so in das
lymphatische Gewebe, vor allem Lymphknoten, Leber und Milz. Aufgrund der Ähnlichkeit der beiden Krankheiten werden sie in diesem Artikel gemeinsam behandelt.
Heilungschancen
Die Ehrlichiose und auch die Anaplasmose können durch die Gabe von Antibiotika in den meisten Fällen vollständig geheilt werden. Unbehandelt können beide Krankheiten zum Tod des Hundes führen.
Übertragung
Die Bakterien werden mit dem Speichel der braunen Hundezecke übertragen, nachdem diese sich zuvor beim Saugen an einem infizierten Tier selber angesteckt hat. Infizierte Zecken können
eingeschleppt werden, sehr lange überleben und damit infektiös bleiben. Ein zunehmendes Aufkommen in Deutschland ist also im Zuge der Klimaerwärmung möglich. Eine Ansteckung von Hund zu Hund ist
ebenso ausgeschlossen wie eine Übertragung vom Hund auf den Menschen. Gleiches gilt für die Anaplasmose, die wie oben erwähnt, auch in Deutschland vorkommt. Die Inkubationszeit, die Zeit zwischen der
Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome, liegt zwischen 8 und 20 Tagen.
Ein wirksamer Zeckenschutz und gründliches Absuchen nach jedem Aufenthalt in der Natur sind also immer sinnvoll.
Symptome
Bei einem Befall durch diese beiden Arten der Rickettsien kommt es nach 1-3 Wochen zu den ersten Symptomen: hohes Fieber, Appetitlosigkeit und allgemeine Mattigkeit. Bei der Anaplasmose lassen
sich zusätzlich Lahmheiten beobachten. Viele Hunde können nach der akuten Phase die Infektion aus eigener Kraft bekämpfen und praktisch eliminieren. Sie kann sich aber auch in eine chronische Form
umwandeln. Chronisch erkrankte Hunde erscheinen oft gesund und leben problemlos mit der Krankheit. Die Erreger schlafen quasi im Organismus. Bei geschwächtem Immunsystem oder im Zusammenspiel mit
anderen Krankheiten bricht die Ehrlichiose/Anaplasmose wieder aus. Mattigkeit, Fieber, Gewichtsverlust und Nasenbluten kennzeichnen den erneuten Ausbruch der Krankheit. Besonders bei der Anaplasmose
sind Gelenkprobleme zu beobachten.
Diagnose
Es stehen verschiedene Testverfahren zum Nachweis der Erreger zur Verfügung. Eine Blutuntersuchung ist absolut notwendig. Hier wird das Blut auf Antikörper gegen die Rickettsien untersucht. Ein positives Antikörpertiterergebnis ist jedoch erst 20 Tage nach der Infektion feststellbar.
Behandlung
Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika über einen Zeitraum von mindestens zwei bis drei Wochen. Je nach Schwere der Erkrankung ist auch eine längere Gabe von Antibiotika nötig. Der Wirkstoff Doxyzyklin hat sich bei der Behandlung beider Krankheiten bewährt. Alternativ wird auch Tetrazyklin oder Oxytetrazyklin verabreicht. Früher ging man davon aus, dass die Erreger nach der Antibiotikagabe vernichtet sind. Inzwischen hat man herausgefunden, dass es durchaus später zu erneuten Schüben kommen kann, da sich Reste der Bakterien auch im Knochenmark aufhalten. Bei chronischer Erkrankung ist also eine Antikörpertiterbestimmung in regelmäßigen Abständen sinnvoll.
FAZIT
Ehrlichiose und Anaplasmose sind mit Antibiotika gut behandelbar. Bei einem sonst gesunden Hund besteht eine große Chance auf eine hohe Lebensqualität und ein normales Lebensalter.
TIPP
Die Zeckenprophylaxe wird immer wichtiger – auch in Deutschland. Ihr Tierarzt wird sie hier gerne beraten. Entsprechende Spot-on-Präparate, aber auch die Gabe von Knoblauch können einen Zeckenbiss verhindern.
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