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11. März 2011 - 11 Uhr: Arbeit wird nicht weniger ...
... aber leider die Helfer auch. Heute Morgen standen nur noch zwei Leute vor dem Tor, die mit anpacken wollten. Es ist aber bisher nur ein kleiner Teil des Caniles wieder 'bewohnbar' gemacht, der
am meisten betroffene Teil am Fluss liegt nach wie vor mehr oder weniger in Trümmern. Es wird noch viel Zeit vergehen, bis hier wieder alles so aussieht, wie früher ... oder mit Hoffnung vielleicht
sogar schöner.
Und als ob wir nicht sowieso schon kaum aus den Augen gucken können vor Arbeit, hat uns einer der LKW-Fahrer heute Morgen eine besondere 'Freude' hinterlassen. Er hat die neue Kiesladung einfach zur
Hälfte auf die Straße vor das Canile gekippt. Das wäre vielleicht kein Beinbruch, wenn es sich nicht um eine Landstraße handeln würde, auf der die Autos gern mal mit 120 km/h vorbeibrausen würden. Es
mussten also erstmal alle vorhandenen Menschen aus Leibeskräften schaufeln, um zumindest den größten Teil wieder von der Straße zu entfernen. Anschließend wurde alles 'professionell' gesichert, so
dass nun hoffentlich nichts passieren kann, bis der Kies verteilt ist.
Es werden aber nicht nur die Helfer weniger, glücklicherweise nimmt nun auch der 'Katastrophentourismus' ab, der am Tag nach der Flutnacht eingesetzt hatte und den Verkehr vor dem Tierheim
zeitweilig zu Erliegen brachte. In Sonntagskleidung verpackte Menschen, die - am Außenzaun des Caniles stehend - die Hunde zur Raserei bringen und den schlammbedeckten Helfern beim Arbeiten zusehen,
während sie alles 'fachmännisch' kommentieren ... vermutlich bleibt so etwas an keinem Katastrophenschauplatz der Welt aus, aber die Intention dieser Menschen verblüfft doch immer wieder.
10. März 2011 - 20 Uhr: Bettgeschichten
Noch ein Hund, der sich nie anfassen ließ, ist Ettore. Auch er ist seit langen Jahren in Canalba, auch an ihm prallten bis zur Flutnacht alle Versuche ab, ihn aus seiner selbstgewählten Isolation zu befreien.

Wie er die Flutwelle überlebt hat, ist allen ein Rätsel. Nach dem Abklingen der größten Wassermassen wurde er klatschnass und komplett unter Schock stehend aus einer der umgestürzten, völlig verschlammten Hütten gezogen. Ettore war zu diesem Zeitpunkt zu schwach, um sich gegen irgend etwas zu wehren und wurde ohne Rücksicht auf seine Scheu einfach ins Büro gebracht, um dort den Rest der Nacht unter Aufsicht zu verbringen.
Dort lag ein Hundebett aus einem Patenpaket für Red, das frisch eingetroffen und kurz vorher dort mit dem Bretonen zusammen ausgepackt worden war. Es war nur noch keine Zeit gewesen, es in seinem
Gehege zu installieren und daher hat es die Flutwelle überlebt. Ettore ließ sich willenlos in dieses Hundebett fallen - ein Luxus, den er noch nie genossen hatte. Und er dankte diese
Sonderbehandlung, indem auch er sich öffnete und den Menschen seitdem endlich Zutritt zu seinem inneren Reich gewährt.
Als Ettore zurück in sein Gehege ziehen konnte, durfte er das Bett von Red mitnehmen: Reds Paten (sie haben vor einiger Zeit die kleine Leonie von uns adoptiert), die davon erfuhren, haben
zugestimmt, dass er es für immer behalten darf. Und Red bekommt dafür von ihnen ein niegelnagelneues Hundebett, damit er nicht leer ausgeht. Einfach klasse!
10. März 2011 - 10 Uhr: Endlich wieder frei
Nachdem der Zaun nun fertig gestellt ist, dürfen die Hunde endlich wieder aus ihren Gehegen und in den Freilauf. Das Chaos tobt dort noch an allen Ecken, der trockene Schlamm, der bisher nur
teilweise entfernt werden konnte, überzieht in einer knarzigen Kruste das ganze Gelände und überall wird gearbeitet.
Die Hunde stört das herzlich wenig. Sie sind begeistert über den Sonnenschein und die Möglichkeit, endlich wieder miteinander zu spielen. Dabei stellen sich die Abflussgräben, die das noch stehende
Waser ableiten sollten, als prächtiger Spielplatz heraus, den die Welpen glücklich für ihre Zwecke missbrauchen. Wer kann bei so viel Lebenslust schon traurig bleiben?
09. März 2011 - 16 Uhr: Karins Kinder
Derweil geht die Wiederherstellung der Gehege langsam voran. Heute durften die kleinen Maremmanos - unsere Never-ending-Story und Karins besondere Lieblinge -
endlich das Klo verlassen, in dem sie vorübergehend untergebracht waren. Sie bezogen ein sonniges, großes Gehege und genießen es voller Freude, endlich wieder an der frischen Luft zu sein und in der
Sonne umhertoben zu dürfen.
Und die Menschen sind auch nicht ganz unzufrieden damit, dass die Toilette nun wieder ihrer normalen Bestimmung zugeführt werden kann.
09. März 2011 - 15 Uhr: Müllnotstand

Mittlerweile kommt ein neues Problem zum Tragen: Die Müllmengen, die sich durch die Zerstörungswut der Flutwelle angesammelt haben, wachsen ins Gigantische. Obwohl das Canile schon von jeher
diverse Mülltonnen für die verschiedenen Müllsorten zur Verfügung hat, weiß so langsam keiner mehr, wohin mit dem Abfall.
Containerweise nasse und völlig unbrauchbar gewordene Decken (die noch gebrauchsfähigen werden aussortiert und gewaschen), haufenweise zerstörte Dinge, Sperrmüll aller Art und - bedingt durch den
Kauf diverser neuer Dinge und die Spendenpakete - Kartons zu Hauf wollen entsorgt werden.
Glücklicherweise haben wir die Genehmigung bekommen, alles vorerst auf einem Grundstück auf der anderen Straßenseite zu lagern. Und der Bürgermeister von Alba - der vom ersten Tag seiner Amtsübernahme an sehr kooperativ mit dem Tierheim war - hat sich bereit erklärt, eine Sondermüllentsorgung für alles zu organisieren. Vielen Dank an dieser Stelle dem Gemeindevorstand von Alba!
09. März 2011 - 12 Uhr: Asinello
Unser kleines Eselchen Asinello (er trägt diesen Namen wegen seiner Ohren), der trotz aller Mühe der Pfleger jahrelang völlig verschüchtert in seiner Hütte gelebt hat und nur heraus kam, wenn alle Zweibeiner weit genug weg waren, taut nun von Tag zu Tag mehr auf. Silvia kümmert sich in diesen Tagen besonders um das seelische Wohl der verstörten Hunde und der sanfte Asinello nimmt dieses Angebot dankend an. Mittlerweile gehört Schmusen zu seinen Lieblingsbeschäftigungen - auch wenn er es immer noch nicht so recht zugeben würde.
09. März 2011 - vormittags: Das Leben geht weiter

Ganz langsam kehrt wieder so etwas wie ein Alltag in Canalba ein. Der Eingangsbereich des Caniles ist mittlerweile komplett entschlammt, gereinigt und wieder so hergerichtet, dass kaum etwas an die Katastrophe erinnert. In anderen Teilen des Geländes sieht es noch chaotisch aus, aber hier vorn am großen Tor hat unsere Rentnergang ihr Leben wieder aufgenommen. Hier treffen sich die Helfer, um sich zwischendurch etwas Essbares in den Mund zu schieben - nur um dann sofort wieder weiter zu arbeiten. Bianca findet das hochspannen.

Heute Nacht hat es gefroren - minus 2 Grad, das kommt nicht so oft in Canalba vor. Dafür scheint seit heute Morgen wieder die immer wärmer werdende Sonne vom blauen Himmel und die Hunde genießen sie sehr. Unsere Rentner haben ihre Decken aus den Hütten gezogen (hier vorn im aufgeräumten Teil konnte schon wieder 'Bettzeug' an die Hunde verteilt werden) und liegen nun auf ihren Sonnenterrassen vor ihren Hütten.
Dürfen wir einen kleinen aber illustren und alteingesessenen Teil von ihnen vorstellen?
Mario (schwarz) - Pecorella (weiß) - Terza (schwarz-weiß) - Pirilla (schwarz) - Claudio (schwarzbraun)
Marios Geschichte
Mario hat sich in der Katastrophennacht besonders schwer getan. Er wollte seine Hütte am großen Tor nicht verlassen, obwohl das Wasser unaufhörlich stieg. Mehrere Male wurde er in trockenere Teile
des Geländes gebracht, schaffte es aber immer wieder, in dem Chaos auszubüchsen und zu seiner Palettenterrasse zurückzukehren.
Zum Schluss stand der alte Rüde bis über den Rücken mit Wasser bedeckt vor seinem Haus und streckte den Kopf aus der Flut, um noch Luft zu bekommen. Aber weg wollte er dort trotzdem nicht mehr. Dies
hier ist SEIN Zuhause und lieber wäre er dort gestorben, als sich weg zu bewegen. Zu seinem eigenen Schutz wurde er schließlich mit anderen auf den Sportplatz gebracht und dort bis zum nächsten
Morgen angebunden. Aber kaum war das Wasser abgezogen, kehrte er auf seine völlig verschlammte Terrasse zurück und ließ sich dort seufzend nieder: Endlich wieder daheim!
Wie sehr gönnen wir unseren Oldies, dass sie ihre letzte Zeit in Ruhe und Frieden dort verbringen können - betreut von Menschen, die sie lieben und von denen sie geliebt werden.
08. März 2011 - frühmorgens: Die Futterspenden rollen

Helfen kann man nicht nur durch Geld- oder Sachspenden. Auch aktive Mithilfe an nicht so offensichtlichen Stellen tragen ungeheuer dazu bei, die Canalba-Arche wieder flott zu machen.
Heute in den frühen Morgenstunden wurden von einer Spedition Futterspenden in Norddeutschland abgeholt, um sie 1.800 km weit nach Canalba zu transportieren. Zwei hochbepackte Europaletten mit weit
mehr als einer Tonne Futter gingen so auf den Weg in den Süden. Die Transportkosten übernimmt die Spedition - als aktive Unterstützung der Spendenaktion. Denn wenn wir all die anstehenden Transporte
selbst bewältigen müssten, wären unsere Kräfte bald am Ende - und die unseres treuen Vereinsautos "Smudo" vermutlich noch schneller.
Wir möchten uns deshalb auf diesem Weg ganz herzlich bei dem Verantwortlichen für die spontane und großzügige Hilfe bedanken. Und bei den Spendern des Futters natürlich ebenfalls!
Unsere Hunde, die den Abtransport "ihrer" bisher gut bewachten Futtervorräte übrigens mit mittelgroßem Missfallen verfolgt haben, waren wenig erfreut über die Leerung des Lagers. Wir mussten ihnen
versprechen, dass ganz viele Menschen dabei mithelfen werden, es bald wieder zu füllen.
07. März 2011 - 16:30 Uhr: der Zaun ist fertig

Die freiwilligen Helfer haben gerackert wie die Wilden, um den Zaun zu erstellen, der provisorisch das hintere Ende des Tierheims wieder verschließen soll, bis es eine endgültige Lösung an dieser Stelle gibt. Ohne den Zaun können wir keinem Hund im unteren Teil des Caniles mehr Freilauf gönnen und die, die dort noch in Gehegen untergebracht sind, dürfen ihre Zwinger nicht mehr verlassen.

Da die Canalbahunde aber daran gewöhnt sind, täglich mit anderen zusammen spielen und sich auslaufen zu dürfen, wollten wir ihnen diese Möglichkeit so schnell wie möglich wieder geben. Sie ist eine der Grundvoraussetzungen dafür, dass unsere Hunde ein unglaublich gutes Sozialverhalten besitzen und fast alle rundherum verträglich mit anderen Fellnasen sind.
Obwohl man am Morgen noch nicht einmal ahnen konnte, wo die neue Zauntrasse sich erstrecken sollte, war es am späten Nachmittag so weit: Das Tierheimgelände war wieder verschlossen und für die Hunde einsatzbereit. Es fehlen an der hinteren Seite des Geländes jetzt allerdings ca. 10 m über die gesamte Länge des Grundstücks - Boden, den der Fluss uns gestohlen hat. Ob die Behörden Anstrengungen unternehmen werden, den Fluss in sein altes Bett zurückzuleiten und uns die Fläche damit wieder zu beschaffen, ist noch unsicher. Und auf diese Entscheidung werden wir vermutlich auch noch eine Weile warten müssen ...
07. März 2011: Die Schlammschlacht geht weiter
Endlich hat es aufgehört zu regnen. Endlich scheint die Sonne wieder. Und sofort ist die Stimmung auch wieder viel besser. Wie an jedem Tag stehen ein paar unermüdliche Helfer schon morgens mit
der Schaufel in der Hand vor dem Tor, um sofort weiter zu arbeiten.
Unter ihnen ist Andrea, ein junger Mann, der vom ersten Tag an täglich 12 Stunden lang geschaufelt und Schubkarren mit Kies geschoben hat, der mit seinem handwerklichen Geschick binnen kürzester Zeit
zum Segen für diese schwarzen Tage von Canalba geworden ist. Aber er ist längst nicht der einzige, der unermüdlich hilft. Und Hilfe ist wirklich nötig.
Der Schlamm, der während des Regens wabbelig von der Schaufel flutschte, erhärtet jetzt in der Sonne relativ schnell. Das macht es nicht eben leichter, ihn zu entfernen, ganz im Gegenteil. Wie eine
Kruste überzieht er alles und weigert sich standhaft, die Dinge wieder her zu geben, die er erobert hatte.
Selbst in der ehemaligen Werkstatt - die ihren Namen nun nicht mehr verdient - ist er allgegenwärtig. Dort wird jetzt trotz allem die neue Pumpe ausprobiert, die die Wasserversorgung sicherstellen
muss. Die alte hat in den Schlickmassen den Geist aufgegeben.
Und seit heute Morgen wird auch an einem provisorischen Zaun gearbeitet, der den hinteren Teil des Caniles wieder gegen den Fluss abgrenzen soll. Wenn er fertig ist, haben die Hunde wenigstens
endlich ihren Freilauf zurück - auch wenn dieser im Moment eher noch nach einem Schlamm-Wrestling-Becken aussieht.
06. März 2011 - Nachmittags: Sonntagsruhe

Heute war die Geschäftigkeit nicht ganz so groß im Canile wie in den letzten Tagen. Der Sonntag machte sich bemerkbar. Trotzdem kamen wieder viele Menschen, um Schaufel und Schubkarre zu schwingen und weiter bei den mühsamen Aufklarungsarbeiten zu helfen.
Die ersten LKW-Ladungen mit Kies sind in den schon gesäuberten Bereichen des Caniles verteilt. Und an einigen wenigen Ecken, die weniger betroffen waren, kann man schon fast wieder vergessen, was vor wenigen Tagen geschehen ist. Der Boden ist wieder sauber und begehbar, die Hütten sind gesäubert und wieder aufgebaut, neue Palettenböden stehen den Hunden zum Liegen zur Verfügung. Dreht man sich dann aber um, trifft einen die traurige Realität erneut mit voller Wucht.

Nun folgt allerdings das nächste Problem: Es ist grad kein neuer Kies zu bekommen. Zumindest der bisherige Lieferant von Lotti hat nichts mehr und kann auch so schnell kein neues Material besorgen. Die neue Woche wird hoffentlich eine Lösung bringen.
06. März 2011 - 6.00 Uhr: Freundschaften
Karin ist morgens immer die Erste im Canile und erwischt die Hunde deshalb oft noch im Schlaf. Heute Morgen bot sich ihr ein Bild, das anrührt. Der alte Tom, selbst schon ein betagter Senior, hatte sich eng an die ebenfalls nicht mehr junge Bianca gekuschelt. Er lag an ihrem Bauch wie ein Welpe, der Schutz sucht. Bianca und Tom hatten bisher nicht allzu viel miteinander zu tun. Aber zwischen ihnen hat die Nacht des Grauens ein neues, zartes Band geschmiedet, das beiden Schutz und Trost verleiht. So finden auch die Hunde ihre Möglichkeit, mit dem Geschehenen klar zu kommen und es zu verarbeiten.
05. März 2011 - 15.00 Uhr: Hundeseelen
Die Canalba-Hunde, die in ihrem Schockzustand an den ersten Tagen noch völlig aufgekratzt waren, fallen jetzt ins Gegenteil. Viele liegen wie apathisch in ihren Gehegen und man merkt deutlich,
dass sie sehr damit zu tun haben, das Erlebte seelisch zu verdauen. Die Unruhe in den Gehegen ist eher einer Dumpfheit und Depression gewichen, die die Fellnasen so ruhig wie sonst nie sein lässt.
Unsere Tierärztin ist so besorgt um viele, dass sie einen absoluten Adoptionsstopp verordnet hat. Sie befürchtet, dass ein Transport in diesem Zustand bei den empfindlicheren Hunden zu viel Stress
bedeutet, so dass sie dauerhaften Schaden nehmen könnten. Wir hoffen sehr, dass es ihnen bald wieder besser geht.
Aber es geht nicht allen nur schlecht. Unsere 'Patentante' Silvia, die sich auch in Canalba aufhält, hat es sich zur Aufgabe gemacht, sich insbesondere um die Hunde zu kümmern, bei denen die
Flutnacht die Dämme hat brechen lassen. Wir haben ja schon von Mimmo und Asinello berichtet, die seitdem wie ausgetauscht in ihrem Verhalten Menschen gegenüber sind. Aber sie sind nicht die
Einzigen:
Rimasta gehört ebenfalls zu den 'Gewinnern' der Situation. Sie genießt auf einmal die Streicheleinheiten und kommt freiwillig, um sie abzuholen. Auch die beiden überlebenden Paurosis, Geschwister eines Wurfs von ehemals acht Welpen, von denen einige vor Jahren nicht vermittelt werden konnten, sind jetzt menschenbezogen wie nie. Einer von ihnen ist der Flutkatastrophe zum Opfer gefallen, aber die beiden anderen suchen jetzt den Kontakt und sind angstfreier als jemals zuvor. Und sogar die letzte Schwester von Philippo, die man nie sehen konnte, weil sie immer nur in ihrer Hütte war, bis alle Menschen das Canile verlassen hatten, kommt nun täglich ein Stück näher. Ganz toll haben sich auch die Zenobis gemacht. Am meisten hat sich bei Zelda bewegt, die jetzt geradezu in die ihr vertrauten Menschen hinein kriecht, um Streicheleinheiten zu bekommen.
05. März 2011 - 13.00 Uhr: Der Fluss im Visier
Mittlerweile hat Canalba Besuch von einer Delegation aus Behördenmitgliedern und Geologen bekommen, die sich den Fluss aus der Nähe angesehen haben. Durch die Flutwelle hat sich der Lauf des
Rinnsals verändert und läuft nun nicht mehr ca. 20 m weit vom Canile entfernt in seinem alten Bachbett, sondern direkt dort, wo bisher die Mauer des Tierheims war. Und obwohl der Bach mittlerweile
schon stark abgeschwollen ist, hat er anscheinend nicht vor, seinen Lauf wieder in die alten Bahnen zu lenken.
Die Geologen sind sich einig, dass massive Anstrengungen unternommen werden müssen, um das Gelände dauerhaft gegen das Wasser zu schützen. Zum einen werden Erdbewegungen im großen Maßstab nötig sein,
um den Fluss zurückzudrängen. Zum anderen sind Betonverbaue wie an der Küste nötig, um einen Wasserangriff wie in der Katastrophennacht nicht wieder zu einem Desaster ausarten zu lassen.
Differenzierte Vorschläge für Maßnahmen werden die Geologen in den nächsten Tagen den Behörden unterbreiten. Wir werden dann sehen, inwieweit diese gewillt sind, das dafür notwendige Geld zu opfern -
immerhin handelt es sich ja 'nur' um Hunde, die damit geschützt werde sollen.
Für uns wird dadurch aber immer deutlicher, dass eine dauerhafte Lösung nur darin besteht, das Tierheim an einen anderen Standort zu verlagern. Wenn die Schrecken der Nacht vom 01. März halbwegs
überstanden sind, wird es unser Ziel werden, langfristig an einer Lösung für dieses Problem zu arbeiten. Mit oder ohne Behörden.
05. März 2011 - 7:00 Uhr: Unfreiwillige Heldin

Eine der Heldinnen von Canalba ist für uns eindeutig Babsi, die liebevolle Setterhündin, die vor einiger Zeit mit ihren winzigen Welpen ins Canile gekommen war. Schon vor der Katastrophe hatte sie
als Teilzeitjob die verwaisten Maremmano-Welpen unter ihre Fittiche genommen und hier und da mitgesäugt.
Bei der Flutwelle sind ihre eigenen Welpen umgekommen, alle bis auf einen. Das Wasser stieg so schnell und sie hatten sich in ihrer Panik im Dunkeln so verkrochen, dass sie nicht rechtzeitig gefunden
werden konnten. Nur einen einzigen konnte Karin noch lebend aus den steigenden Wassermassen ziehen.
Seitdem hat Babsi ihr Liebe auf die kleinen weißen Fellknäule übertragen und versorgt sie komplett mit. Und die Kleinen - die bald wesentlich größer als ihre Ziehmama und ihr 'Halbgeschwisterchen'
sein werden - kuscheln sich eng an sie und suchen Trost, um die Angst der furchtbaren Nacht zu vergessen. So finden alle ein klein bisschen der Geborgenheit wieder, die sie durch das Unwetter
verloren haben.
Dieses Bild entstand in den frühen Morgenstunden. Babsi ist mit 'ihren' Kindern derzeit im Klo untergebracht, einem der wenigen trockenen und halbwegs warmen Räume. Aber die Patchworkfamilie fühlt
sich dort wohl und sicher.
04. März 2011 - 19:30 Uhr: Abendlicher Rundgang

Bei ihrem letzten Rundgang abends durch das Canile hat Karin uns noch Bilder vom neuen provisorischen Magazin gemacht, das in einer saubergespülten und von den Hunden abgetrennten Ecke der alten
Halle eingerichtet wurde. Alles Spenden, die in den vergangen drei Tagen eingetroffen sind. Bei immerhin knapp 300 überlebenden Hunden kein wirklicher 'Reichtum', aber immerhin genug, um die
Versorgung aller Tiere zu gewährleisten. Da bisher nur sehr wenig Lagermöglichkeit vorhanden ist, kann sowieso nur Futter für wenige Tage vorgehalten werden.
Und auch die gespendeten Decken müssen vorerst irgendwo zwischengelagert werden, denn durch den Schlamm, der zur Zeit noch fast alle Gehege bedeckt, können sie den Hunden nicht ausgegeben werden. Sie
würden sich sofort mit der allgegenwärtigen Feuchtigkeit vollsaugen und den Tieren eher schaden, als nützen. Aber zumindest gibt es den Lichtblick, dass sich die Situation für die Hunde ganz langsam
wieder verbessert und die Ressourcen da sind, ihnen nach und nach helfen zu können.
04. März 2011 - nachmittags: Das Aufräumen geht weiter

Alle Pfleger und Freunde von Canalba, aber auch eine Menge Menschen, die das Schicksal der Hunde einfach angerührt hat, sind vor Ort mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Es ist ein mühsames Unterfangen und geht nur langsam voran. Zuerst muss der zähe, nasse Schlamm mit Schaufeln abgetragen und mit Schubkarren entfernt werden (wer schon einmal versucht hat, eine fließende, wabbelige Brühe mit der Schaufel aufzunehmen, weiß, wovon wir reden). Anschließend wird alles mit Wasser gereinigt: Zäune, Hütten, Holzpaletten, auf denen die Hunde sonst liegen, Näpfe, Wassergefäße - einfach alles ist mit der grauen Masse überzogen, die abgespült und weggebürstet werden muss.

Wenn alles halbwegs sauber ist, werden die kaputten Zäune und Gehegetüren repariert. Vor Canalbas Toren lagern die ersten neuen LKW-Ladungen mit sauberem Kies, der nun endlich wieder verteilt
werden kann. Nachdem dann noch die Hütten und Holzböden wieder installiert sind, können die Hunde ihr Gehege endlich neu beziehen.
Trotz des permanent weiter vom Himmel fallenden Regens ist die Stimmung von Aufbruch geprägt. Man hört wieder Lachen zwischen den Gehegen und manchmal kommt sogar eine entspannende Albernheit auf,
die der Verzweiflung angesichts des allgegenwärtigen Drecks entspringt. Teilweise kann man sich der Komik einer Situation allerdings auch kaum entziehen. Wenn z.B. chic gekleidete Menschen im Canile
vorsprechen, die helfen möchten, aber zuerst nach der Ausgabestelle für Gummistiefel und Regenanzüge fragen ... 
Aber es geht voran, Fleckchen für Fleckchen erobern die im Schulterschluss miteinander arbeitenden Menschen den Hunden ihren
04. März 2011 - 14.00 Uhr: Nicht gerade wie Phönix aus der Asche aber ...
Es heißt: "In allem Schlechten liegt auch gleichzeitig etwas Gutes!" Dieser Satz hat sich für die Katastrophe von Canalba schon jetzt bewahrheitet. Zwischen den Trümmern ist für manche der Hunde
etwas entstanden, was wir nie für möglich gehalten hätten: Anscheinend haben Stress und Panik der Horrornacht bei einigen von ihnen Blockaden gelöst, die wir in all den Jahren vorher trotz viel Liebe
nicht knacken konnten.
Mimmo, der schüchterne schlanke Rüde, der nur zu ganz wenigen Menschen Vertrauen aufbauen konnte, kommt jetzt freudestrahlend zum Schmusen, sobald sich ein menschliches Wesen blicken lässt. Er
fordert die Zuneigung geradezu ein und ist stürmisch liebevoll zu seinen 'neuen' Freunden.
Asinello, der sich noch nie von irgend Jemandem anfassen ließ, kommt freiwillig, noch vorsichtig schüchtern, aber von sich aus, um Streicheleinheiten abzustauben. Sein Leben einsam in seiner Hütte
scheint endlich der Vergangenheit anzugehören.
Hunde haben entdeckt, dass der Mensch nicht so schlecht ist, wie sie immer gedacht haben und fangen an, aufzutauen. Alle sind über diese Entwicklung überglücklich und versuchen, trotz der drängenden Arbeiten sich nebenbei so viel Zeit wie möglich für die Hunde zu nehmen.
Aber es gibt noch mehr Gutes zu berichten. Schon gestern war der Präsident der Gemeindeunion, zu der das Canile gehört, mit einer Delegation seiner Behörden vor Ort. Sie wollen die Probleme von
Canalba beim Notstandsprogramm der Region Abruzzen präsentieren und haben sich mitten im Chaos über die Lage informiert. Noch nie war die Behörde in dieser Form bereit, Charlotte und ihre Schützlinge
zu unterstützen. Italien bewegt sich!
04. März 2011 - 8.00 Uhr: traurige Bestandsaufnahme
Nachdem alle vermissten Hunde wieder aufgetaucht sind, gibt es eine endgültige Bestandsaufnahme der Toten und Überlebenden.
Nicht geschafft habe es 33 Hunde:
von unseren Alteingesessenen
Joschi
Oz
Caro
Charly
Ira
Inka
Jerry
einer der Paurosis
von den noch namenlosen Welpen
6 Welpen von Babsie, der tapferen Setterhündin, die sich zusätzlich der kleinen Maremmanobabies angenommen hat
19 Welpen eines Rudels aus einer Konfiszierung, die erst in der letzten Woche ins Canile gekommen sind.
Wir trauern um jeden von ihnen gleichermaßen. Und wir fühlen uns in der Verantwortung zu verhindern, dass solch ein Unglück noch einmal passiert.
03. März 2011 - gegen 18.00 Uhr: erste Erfolge

Ein anstrengender aber auch aufregender Tag auf dem Canile-Gelände geht zu Ende. Charlotte und Karin waren den ganzen Tag ausschließlich damit beschäftigt, die Helfer und Einsatzkräfte zu koordinieren, Entscheidungen für den Neuaufbau zu fällen, der italienischen Presse Interviews zu geben, Sachspenden entgegen zu nehmen und alle verfügbaren Ressourcen zu koordinieren. Aber dank der umfassenden Hilfe, die von allen Seiten auf sie zurollt, sind die Erfolge des ersten Tages nach der Katastrophe auch wirklich sehenswert.

Der zivile Katastrophenschutz war mit diversen Hilfskräften vor Ort, um Hand mit an zu legen. Schweres Gerät wurde aufgefahren, um die Flussseite des Caniles in Angriff zu nehmen und die
schlimmsten Verwüstungen zu beseitigen, die die Flutwelle hinterlassen hatte.
Im höher gelegenen Teil des Caniles konnten der gesamte Eingangsbereich und verschiedene weitgehend unbeschädigte Gehege mit Hilfe der vielen Helfer wieder soweit hergerichtet werden, dass die
Schlammassen verschwunden sind, alle Türen neu in ihren Angeln hängen und die ersten Hunde wieder so untergebracht sind wie sie es von jeher kennen. Dafür haben sie sogar die ersten niegelnagelneuen
Hundehütten bekommen, die heute geliefert wurden.

Ein Fernsehteam kam vorbei, um die Aufräumarbeiten zu filmen und die Dokumentation in den italienischen Medien zu veröffentlichen. Im Gegensatz zu der Flut im Jahr 2007, bei der niemand auch nur die kleinste Notiz von dem Notstand nehmen wollte, in dem sich Canalba befand, ist die Hilfswelle aus Italien diesmal unerwartet und unglaublich groß. Auch dort fängt der Tierschutzgedanke langsam an zu keimen - dank des steten Einsatzes von Menschen wie den Canalba-Frauen, die ihre Haltung mutig in eine Welt hinaus tragen, die ihnen noch vor kurzem nur mit Unverständnis begegnet ist.

Auch aus Deutschland schlägt den Frauen von Canalba eine ungeheure Welle der Hilfsbereitschaft entgegen. Hunderte von Mails und Telefonanrufen gingen bei adopTiere den ganzen Tag über ein, Medien berichten und die Spendenkonten fangen langsam an, zu wachsen.
Canalba wird weiterleben - da sind wir sicher. Und gemeinsam werden wir es schaffen, dort wieder ein glückliches Zuhause für viele Hunde zu schaffen, so wie es schon lange Tradition ist.
03. März 2011 - gegen Mittag: Abschied von den Toten ...
… allerdings ein sehr unsentimentaler.
Die Tierärztin Cassandra der Behörde Forestale kam mit den Männern des Istituto Zooprofilatico, um sie abzuholen. Sie haben diesen Liebesdienst in der Not umsonst für Canalba getan. Die Firma, die
ansonsten für die Entsorgung der Hundeleichen zuständig ist, hätte für diese Menge an Leichen mehr als 3000 EUR genommen. Ein riesengroßes Dankeschön an das Istituto Zooprofilatico, dass sie uns in
dieser Stunde zur Seite gestanden haben.
03.März 2011 - Vormittag: Das Aufräumen beginnt

Die erste Verzweiflung ist verklungen und langsam macht sich eine Aufbruchsstimmung breit, die den Frauen und Männern vor Ort hilft, gegen die Verwüstungen anzugehen. Zum ersten Mal haben die Italiener der Umgebung entdeckt, dass sie ein Canile besitzen, das in Not ist. Und sie kommen. Sie kommen sogar in Scharen, um zu helfen. Leute mit Schaufeln stehen vor dem Tor, Autos mit Sach- und Futterspenden fahren in steter Schlange am Canile vorbei und halten an. Der zivile Hilfsdienst und die örtlichen Behörden sind vor Ort, um mit anzupacken. Das Aufräumen hat begonnen.
Traurigste Pflicht war es, die Hundeleichen einzusammeln und abfahren zu lassen, um die Seuchengefahr einzudämmen. Dafür war die Bestandsaufnahme weniger grauenvoll als befürchtet: 33 Hunde haben
die Katastrophe nicht überlebt. Alle anderen, die fehlten, konnten versprengt und verängstigt, aber mehr oder weniger wohlbehalten in der Umgebung wieder eingefangen werden.
Die Futterversorgung ist zumindest für die nächsten ein bis zwei Tage sicher gestellt.
Flutwelle brach über das Tierheim in Canalba in Italien hinweg
Nacht des Grauens
"Es ist dunkel. Und es regnet. Genaugenommen regnet es schon fast fünf Monate lang nahezu ständig. Aber seit 28 Stunden schüttet es, als ob der Himmel alle Pforten geöffnet hätte.
Die Frau steht im Dunkeln zwischen lauter Gehegen mit Hunden. Unruhig springen die Tiere auf die Dächer ihrer Hütten, um keine nassen Pfoten zu bekommen. Die Frau beobachtet besorgt den Fluss, der
hinter der Mauer am Ende der Gehege entlang fließt.
Im Sommer ist das Rinnsal kaum vorhanden, nun steigt das Wasser schnell - viel zu schnell. Es reicht ihr schon bis an die Knöchel. Angst steigt in ihr hoch. Da klingelt mitten in der Nacht das
Telefon - ein Anruf vom Katastrophenschutz, der für das Monitoring des Flusses zuständig ist. “Es kommt eine Flutwelle auf euch zu - seht zu, dass ihr die Hunde rettet! ”
Diese Szene könnte aus einem Buch stammen oder einem Film. Heute Nacht ist sie für das Tierheim Canalba in Italien zur schrecklichen Wirklichkeit geworden. Ein aus den Abruzzen kommendes keines
Flüsschen, das sich an der Rückseite des Hundeheims entlang schlängelt, ist binnen weniger Stunden zu einem reißenden Ungeheuer angeschwollen und hat alles in den Tod gerissen, was sich ihm entgegen
stellte.
Die Flutwelle kam so plötzlich, dass kaum Zeit zum Reagieren blieb. Schon am Nachmittag hatten die Frauen des Tierheims beschlossen, dass die ganze Nacht über eine Wache bei den Hunden bleiben und
die Lage beobachten sollte. Es ist nicht das erste Mal, dass der Fluss gefährlich wurde. Trotzdem kam das Anschwellen des Wassers diesmal so überraschend schnell, dass trotz des warnenden Anrufs vom
Katastrophenschutz kaum Zeit blieb, die anderen Helfer des Tierheims aus dem Bett zu klingeln und zur Hilfe zu holen.
Der Fluss stieg binnen kürzester Zeit so hoch wie noch nie. Teilweise bis zu den Hüften wateten die Frauen im Dunkeln verzweifelt durch die reißende Strömung, um die Hunde aus den Gehegen zu befreien
und zu retten, was sie greifen konnten. Immer in Gefahr, von den umhertreibenden Trümmern der Hundehütten und Zäune verletzt zu werden. Immer in Gefahr, selbst vom Sog erfasst zu werden.
Auf dem Höhepunkt der Flutwelle wurde die gesamte Mauer, die das Tierheimgelände entlang des Flusslaufs schützt, von den Wassermassen mitgerissen. Und mit der Mauer die daran befestigten
Gehegezäune, die Hundehütten - und die Hunde.
Die gesunden Tiere versuchten, sich auf die Hütten zu flüchten oder wegzuschwimmen. Aber auch das half ihnen wenig. Die Strömung ließ die leichten Holz- und Plastikhäuser auftreiben und viele der
Tiere wurden zwischen den Trümmern und Zaunteilen eingeklemmt und konnten sich nicht mehr aus eigener Kraft befreien. Die meisten der alten und ganz jungen Tiere aus dem unteren Teil des Caniles
hatten keine Chance - das Wasser war zu schnell, die Strömung zu stark.
Im höher gelegenen Teil des Caniles spielten sich andere Dramen ab. Hunde die vor Panik vor den Wassermassen von einem Hüttendach auf das nächste sprangen und sich nicht mehr einfangen ließen,
Senioren, die sich weigerten ihre Stammplätze zu verlassen und bis zum Kopf im Wasser stehend dort störrisch ausharrten, panikerfülltes Bellen derjenigen, die von Wassermassen eingeschlossen nicht
mehr wussten, wohin ... Und dazwischen die Pfleger, die verzweifelt versuchen, zu retten, was in der Dunkelheit noch möglich war.
Der Morgen danach
Mittlerweile ist es wieder hell und das Ausmaß der Katastrophe wird deutlich sichtbar. Die Flutwelle ist weitgehend abgeflossen, darunter hervor kommt die grausame Realität. Der tiefer gelegene Teil des Tierheims an der Flussseite ist komplett zerstört. Eine ganze Gehegereihe ist in den Fluten verschwunden, die anderen Zwingerwände wurden von den Wassermassen eingedrückt, Zäune zerrissen, Eisenpfähle wie Streichhölzer zerknickt, Türen aus den Angeln gerissen. Was bis gestern ein gut funktionierender Tierheimbetrieb war, ist heute ein Trümmerhaufen aus Metallfetzen, Holzstücken und Schlamm.
Aber viel schlimmer als die materielle Zerstörung sind die Hundeleichen, die aus den abfließenden Wassermassen auftauchen. Unter Paletten eingeklemmt, in den Drahtgeflechten hängen geblieben, in
ihren Hütten ertrunken. Welpen, Kranke, Kleine und Alte, aber auch Gesunde und Starke, die nicht rechtzeitig befreit werden konnten ...
Wie viele Tote es tatsächlich sind, ist noch nicht ganz klar. Über 50, das ist sicher, die genaue Zahl fehlt aber noch. Alte Freunde, die wir lange Jahre begleitet haben sind darunter wie Joschi, Oz,
Ira und Inka.
Ira hat es nicht geschafftDie Kleinsten und Schwächsten der Überlebenden haben eine vorübergehende Unterkunft im Büro gefunden, aus dem das Wasser mittlerweile wieder abgeflossen ist. 40 Hunde drängeln sich hier auf 15 m², bis sie eine neue Bleibe gefunden haben. Andere sind in der Futterküche untergekrochen. Viele von den Großen wurden auf dem Sportplatz neben dem Canile untergebracht und laufen dort frei innerhalb der sicheren Mauern. Wo diese Hunde in den nächsten Tagen unterkommen sollen, ist noch nicht klar. Im Moment sind sie noch zu verstört, um sich gegenseitig anzugreifen. Die Panik steht ihnen nach wie vor ins Gesicht geschrieben.
Beim Trockenrubbeln im BüroUnd auch wovon sie in nächster Zeit ernährt werden sollen, weiß noch niemand. Das gesamte Futter ist von den Schlamm- und Wassermassen verdorben und in Teilen weggeschwemmt. Das Magazin, bis gestern gefüllt mit Hundekörben, Decken, Utensilien und Spenden jeder Art, ist komplett verwüstet und unbrauchbar. Die Futterküche ist außer Betrieb, Strom ist ausgefallen. Lediglich die Wasserversorgung steht noch. Keiner weiß, wie es weitergehen soll. Die Gesichter der Pfleger und Helfer sind von Verzweiflung gezeichnet. Über dem ganzen Gelände liegt trotz aller Hektik eine unheimliche Stille.
Canalba braucht jetzt unsere Hilfe

Es ist nicht das erste Mal, dass der Fluss sich als Feind der Hunde erwiesen hat. Aber eine Katastrophe dieses Ausmaßes hat es noch nie gegeben. Canalba braucht jetzt dringend die Hilfe aller
Menschen, die es kennen.
Das Einzige, was kurzfristig helfen kann, ist Geld. Da alle Räumlichkeiten zur Zeit unbrauchbar sind, können vorerst keine Spendentransporte nach Italien gebracht werden - es fehlen
die Lagermöglichkeiten. Deshalb braucht Canalba schnellstmöglich finanzielle Unterstützung in großem Maß, denn alles muss neu gekauft werden, besonders Futter, Hütten für die Hunde und
Zaunmaterial.
Wenn Sie Canalba kennen, wenn Sie es genauso lieben wie wir,
wenn Sie Ihr Herz für diese Hunde entdecken können, die nur
knapp dem Tod entronnen sind, dann helfen Sie uns helfen!
Bitte spenden Sie! JETZT!
Später ist zu spät.
Spendenkonto Deutschland:
adopTiere e.V.
Kontonr. 307861895
BLZ 860 956 04
Volksbank Leipzig
IBAN: DE32860956040307861895
BIC: GENODEF1LVB
Spendenkonto Schweiz:
Silvia Dähler - adopTiere e.V.
Kontonr. 0186.8156.2000
9650 Nesslau
St. Galler Kantonalbank
IBAN: CH4000781018681562000
Spendenkonto Österreich:
Hundeschule Tirol – Martin Neuner
Kontonr. 210 111 609 30
BLZ 57000
Hypo Tirol Bank AG
IBAN: AT905700021011160930
BIC: HYPTAT22
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